#weltfrauentag – und was wir noch lernen müssen

#weltfrauentag – und was wir noch lernen müssen

Weltfrauentag, ehrlich gesagt hatte ich bis gerade eben diesen Tag gar nicht auf dem Schirm, obwohl er in Berlin mittlerweile sogar zum Feiertag wurde. Ähnlich wie Valentinstag, ist mir der Sinn dahinter nicht ganz schlüssig. Wenn es an Valentinstag Rosen und Schokolade gibt, was gibt es dann zum Weltfrauentag? Das Gefühl der vollkommenen Gleichstellung?

we’ve come a long way – and are still not there yet

Als 1918 das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt wurde, war das eine echte Revolution. Ich weiß noch, wie ich im Geschichte Leistungskurs einen Zeitungsartikel las, in dem Konservative befürchteten, das Wahlrecht führe zwangsläufig zur “Verdirnung” – heißt: eine Frau mit Rechten wird zwangsläufig zu einer Prostituierten oder andersherum: nur wenn der Mann die Frau kontrolliert, wird Anstand gewahrt. Ja, es war ein weiter Weg. 1997 gab es eine Abstimmung im Bundestag ob eine Vergewaltigung in der Ehe denn strafbar sei. Mich überrascht nicht nur die Tatsache, dass es dazu eine Abstimmung geben muss, vielmehr überrascht mich das Herren wie Friedrich Merz und Horst Seehofer mit “nein” gestimmt haben.
Gleichberechtigung, dass war definitiv nichts, was uns Frauen geschenkt wurde und wenn ich mir TV Formate wie “der Bachelor” anschaue, frage ich mich, wie weit der Weg wohl noch ist.

Empowered women…

Das führt mich zur Frage, was genau bedeutet Emanzipation und Gleichberechtigung? Im Grunde müsste es doch ganz einfach sein. Gleiche Rechte, aber auch gleiche Pflichten für alle. Leider habe ich jedoch oft das Gefühl, dass Emanzipation bei vielen Damen da aufhört, wo die Pflichten anfangen oder eben auch manchmal der eigene Horizont aufhört. Denn tatsächlich scheint mir, ist der größte Feind der emanzipierten Frau nicht zwangsläufig ein Mann, sondern oft eine andere Frau. Wir zahlen unseren Cappuccino selbst, reden von “empowered women, empower women”, schaffen es aber nur mit großer Mühe anderen Frauen mal ein Kompliment zu machen oder ihnen Erfolge zu gönnen. Ganz zu schweigen davon, dass jede Frau offensichtlich nur eine Definition zum Thema Emanzipation kennt und zwar die eigene Vorstellung. Eine Frau, die zu Hause bleibt weil sie sich auf das Mutter sein fokussiert? Altmodisch und unselbstständig. Eine Karrierefrau, die im Zweifel keine Kinder möchte? Total Kaltherzig. Haben wir Gleichberechtigung nicht dann erreicht, wenn wir Frauen uns untereinander nicht rechtfertigen müssen? Wenn wir nicht erklären müssen, dass wir einkaufen gehen und abends kochen, weil es uns Spaß macht, wenn wir uns bei unseren Lebenswegen und Entscheidungen gegenseitig unterstützen, auch wenn man selbst vielleicht eine andere Wahl getroffen hätte? Ist Akzeptanz und Respekt nicht ein Grundpfeiler der Gleichberechtigung?

Feiern wir also den Weltfrauentag oder ignorieren wir ihn – aber vergessen wir bitte nicht, was Emanzipation bedeutet und das man für einen Wandel, immer erst bei sich selbst anfangen muss.

Folge:

6 Kommentare

  1. Romana
    8. März 2019 / 23:48

    Wie wahr, dass sind wir Frauen alle gefordert: das alte Sprichwort “kehre zunächst vor der eigenen Tür…” trifft wohl auch beim Thema “Wie, was, wann ist Frau eine emanzipierte Frau ? Aber keine Kampf Emanze?” zu!

    • 10. März 2019 / 15:52

      Absolut richtig! Wenn jede(r) bei sich selbst anfängt und aufhört, über andere zu urteilen, wären wir alle schon so viel weiter.
      Ich finde den Begriff Kampf Emanze schwierig, das klingt schon wieder zu sehr nach einer Beurteilung. Sicherlich sind Frauen wie Alice Schweizer sehr extrem in einigen Ansichten, aber für einen Wandel braucht es starke Persönlichkeiten.

  2. 10. März 2019 / 20:46

    Ohja ich war ehrlich gesagt auch mehr als überrascht, als der Frauentag hier in Berlin zum Feiertag erklärt wurde. natürlich hat das seinen Charme aber nichts desto trotz gibt es immernoch genug zu tun in dieser Hinsicht.. ob Bezahlung im Job oder auch nur der Respekt und die Anerkennung von Frauen untereinander- ich denke wir haben noch einen Weg vor uns. 😉

    Xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

  3. 16. März 2019 / 21:38

    Ein toller Beitrag und super Worte Liebes! Ich finde es zwar auf der einen Seite schon toll, dass es einen “extra” Tag für uns gibt, auf der anderen Seite denke ich trotzdem, da gibt es noch einiges zu tun! Aber das Ganz ist ja schonmal ein guter Anfang! 🙂
    xx

  4. 19. März 2019 / 12:59

    So war liebes! Gleichberechtigung gilt für uns alle, auch von Frau zu Frau. Das ist etwas, worüber tatsächlich wenig gesprochen wird. Meist wird es nur immer auf die böse Mänberwelt geschoben und dann gibt es die, die sich nur die Rosinen rauspicken wollen.
    Dein Text regt zum Nachdenken an und das ist auch gut so!

    Liebe Grüße Tiffy von
    tiffyribbon.com

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