Du bist schön!

Du bist schön!

Du bist schön! Aber moment: Schönheit, was genau bedeutet dieses Wort eigentlich? Ein Moment, ein Gefühl oder auch eine Person kann schön sein. Schönheit wird von jedem anders wahrgenommen und doch ist es etwas, über das gerne und viel zu häufig geurteilt wird. Aber steht es uns wirklich zu, zu entscheiden wer oder was schön ist? Ich habe für diesen Beitrag lange nach einer passenden Definition für Schönheit gesucht, aber keine gefunden. Und im Grunde ist das auch gut so. Denn: Schönheit ist vielfältig und für jeden bedeutet sie etwas anders.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters – auch wenn ich kein Fan solcher Sprichwörter bin, kann ich dieses eigentlich nur unterschreiben. Schönheit ist absolute Ansichtssache. Dabei geht es zum einen immer um den persönlichen Geschmack – während mein Mann mich beispielsweise ohne Make-up und mit ungemachten Haaren am schönsten findet, mag ich mich mit etwas Bronzer, Concealer und gemachten Haaren doch etwas mehr. Eine gute Freundin von mir steht total auf südländische Männer, eine andere findet den Typ 1,90m großer, blonder Schwede am schönsten. Was also ist schön? Und welche meiner Freundinnen hat Geschmacksverirrungen?
Sicherlich gibt es sowas wie Schönheitsideale. Bestes Beispiel: Ich bin (vermutlich durch die spanischen Gene meines Vaters) mit recht vollen Lippen ausgestattet – während ich zu Schulzeiten aber gerne für meinen Alienmund oder Fischlippen geärgert wurde, wurde mir zu Studienzeiten grundsätzlich unterstellt, sie seien gespritzt – mit dem Beisatz, wie schön natürlich der Arzt das Ergebnis hinbekommen habe. Mittlerweile bekomme ich tatsächlich eher gut gemeinte Ratschläge a la “in die Oberlippe passt aber noch was rein”. Ich frage mich durchaus, ob wir die Zeiten erleben in denen schmale Lippen das neue Schönheitsideal sind und wo landen dann die ganzen Filler?

Schönheitsideale, ebenso wie Schönheit selbst, sind sie vergänglich. Während im Frühmittelalter füllige Frauen als besonders schön galten, war in den 2000ern size zero angesagt. In den 90ern haben wir uns unsere Augenbrauen fast vollständig weggezupft (wer erinnert sich an Gülcan Kamps?) – heute lassen wir sie uns mit Microblading etc. wieder drauf bürsten. Das ist schon wirklich absurd und in Zeiten in denen Diversität, kulturelle Vielfalt und persönliche Selbstentfaltung Mittelpunkt sozialer Forderungen einer ganzen Generation sind, ist das Streben nach dem einen Schönheitsideal schon fast Ironie.

Du bist schön!

Tatsächlich kenne ich keine (äußerlich) hässlichen Menschen. Eine Freundin, die sich darüber beschwert ihre Akne Narben nicht loszuwerden, hat die schönsten und freundlichsten Augen. Eine Kollegin, die gerne ein paar Kilo weniger auf den Hüften hätte, hat ein so wunderschönes Lächeln.

“Victoria ist eigentlich richtig hässlich, aber sie kann gut posen” mit diesen Worten wollte eine Bekannte letztens meinen vermeintlichen “Instagram Erfolg” erklären. Und ja, diese Worte haben gesessen. Denn sicherlich bin ich keine klassische Schönheit, aber ich habe auch entschieden, dass ich nicht hässlich bin. Denn wie fast jeder, habe ich Dinge an mir, die ich weniger mag – aber auch Dinge, die ich gut finde, so wie sie sind. Und weil ich heute in Zitate Laune bin: “Schönheit liegt im Auge des Betrachters” und das bedeutet eben nicht nur, welches Schönheitsideal hat der jeweilige Betrachter, sondern auch: ist die Person überhaupt in der Lage Schönheit zu erkennen? Denn es gibt Menschen die per se immer nur das schlechte und unschöne betonen müssen. Ob unbewusst, weil sie einfach und bedauerlicherweise nicht in der Lage sind, Schönes zu erkennen und zu schätzen oder auch bewusst, um sich selbst einfach ein kleines bisschen besser zu fühlen. Aber egal wie voll und gesund die Haare, wie makellos die Haut, wie perfekt der Körper – Negativität und Missgunst gelten nach keinem (mir bekannten) Schönheitsideal als erstrebenswert.

Also: focus on the good und vergiss nicht: du bist schön!

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2 Kommentare

  1. Therry
    19. August 2019 / 7:47

    Danke für diesen schönen Beitrag, Tori! Du bist schön – und nicht nur äusserlich und das gehört, wie ich finde, zusammen. Wer etwas anderes behauptet, hadert möglicherweise einfach mit sich selbst.

    Liebe Grüsse
    Therry

  2. 20. August 2019 / 16:09

    “Aber egal wie voll und gesund die Haare, wie makellos die Haut, wie perfekt der Körper – Negativität und Missgunst gelten nach keinem (mir bekannten) Schönheitsideal als erstrebenswert.”
    Genau so!!! und nicht anders – da bin ich voll und ganz bei dir. Unglaublich schön geschrieben und wie du schon festgestellt hast: auch für mich bist du (innerlich und äußerlich) wunderschön. Alles andere gehört vergessen. <3

    xxx
    Tina

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