Wir sollten nicht mehr über Instagram likes reden

Wir sollten nicht mehr über Instagram likes reden

Ich sitze in der Bahn, vor mir eine Gruppe Mädels, vielleicht 12 oder 13 – oder auch 14 und 15. Ich bin ehrlicherweise nicht sehr gut im Schätzen. Es ging um Instagram und Likes – wer wie viele hat, was fake ist und wer von den Schulfreundinnen schon fast insta fame ist.  Es fallen Sätze wie „Bikini Bilder laufen eh immer am besten“ oder „Blondinen bekommen immer die meisten likes“. Was sich erstmal lustig anhört, ist im Grunde tief traurig. Denn Instagram ist eine Art Bestätigung geworden – ein Paralleluniversum in dem likes definieren, wie beliebt und erfolgreich jemand ist – oder eben nicht. Und nein, das ist nicht nur in dieser Altersgruppe so.

Instagram Likes – Hört auf euch zu vergleichen!

Vor knapp einem Monat wurde das erste mal darüber diskutiert, Instagram plane die Anzahl der Likes nicht mehr sichtbar zu machen. Damit möchte die App den Content in der Fokus stellen und nicht die Anzahl der Likes und somit die angebliche Beliebtheit. Offiziell heißt es, Instagram suche immer nach Wegen, den Druck aus der App zu nehmen.
Die Anzahl der likes würde nicht mehr für alle einsehbar sein, sondern nur noch für den Account Owner. Nach anfänglicher Skepsis finde ich den Ansatz ehrlich gesagt ideal.
Denn ehrlich gesagt kenne ich so viele tolle Accounts, die in meinen Augen viel viel mehr likes bekommen sollten, als sie tatsächlich tun. Accounts, die einen hohen kreativen und ästhetischen Anspruch haben aber damit vielleicht nicht die breite Masse ansprechen. Ist deren Arbeit weniger wert als das Bikini Bild einer schönen Blondine? Sicherlich nicht. Ich beteilige mich nicht an Insta Gossip, jeder Account (der sich an die Guidelines hält) hat seine Existenzberechtigung. Nicht jeder hat den gleichen Geschmack, aber man kann wohl sagen, für jeden Geschmack gibt es genug inspirierende Accounts. Keiner davon ist schlechter oder besser – aber oft werden die Anzahl von likes unter Bildern mit der Qualität dieser verwechselt und das ist falsch. Aber Instagram likes sind Zahlen und diese machen es leicht zu vergleichen und schon mein Opa wusste “sich vergleichen ist der erste Schritt zum Unglücklich sein”.

Hard facts!

Im Influencer Marketing haben Metriken wie Likes sicherlich einen anderen Stellenwert. Agenturen und Unternehmen möchten sehen, wie gut eine Kooperation läuft und der erste Blick fällt dabei häufig auf likes. Aber mittlerweile ist es doch ohnehin Standard als Influencer die Insights eines Paid Posts einzureichen. Also selbst mit einer neuen Ansicht hätte ein Kunde alle wichtigen Metriken zur Hand. Aber abgesehen davon, sollte Reichweite nicht wichtiger als Likes sein? Eine aktive Community wichtiger als die bloße Anzahl der Follower? Sagt die Engagement Rate wirklich aus, wie erfolgreich ein Influencer ist? Ich bin skeptisch und froh, mich mit der Analyse und Auswertung der Zahlen nicht beschäftigen zu müssen. (Obwohl ich in meinem Job als Online Marketing Managerin jahrelang nichts anderes getan habe. )
Tatsächlich poste ich häufig Bilder von denen ich bereits im Vorfeld weiß, dass sie nicht viele likes generieren werden und sich somit negativ auf meine Engagement Rate auswirken werden. Wieso ich es trotzdem tue? Weil mir die Bilder gefallen und ich meine Ästhetik nicht der der Statistik unterwerfen möchte. Und ich würde mir wünschen, dass wir aufhören über likes zu reden und uns mehr auf den Content zu fokussieren. Alleine schon für all die tollen Accounts da draußen, die eine so inspirierende Kreativität haben und ein tolles Gefühl für Ästhetik, aber keine tausende von likes bekommen.

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